Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Spinnen (Araneae) Mecklenburg-Vorpommerns – Atlas of the Distribution and Ecology of the Spiders (Araneae) of Mecklenburg-Western Pomerania (Band 1)

ISBN: 978-3-948995-00-3 Hardcover1. 1. Auflage 2020

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Beschreibung

D e u t s c h In Mecklenburg-Vorpommern sind über 600 Spinnenarten bekannt. Obwohl sie als Gegenspieler zu den Insekten ein wichtiges Glied funktionierender Nahrungsketten sind, die den ökologischen Zustand unserer Landschaften maßgeblich mitbestimmen, ist über ihre Verbreitung, ihre Ökologie und ihre Populationstrends wenig bekannt. Vorliegendes Buch will Naturfreunden, Landschaftsplanern, Behördenmitarbeitern und Arachnologen gleichermaßen die Spinnenfauna Mecklenburg-Vorpommerns vorstellen und den derzeitigen ökofaunistischen Wissenstand als Grundlage für Naturschutz und Landschaftsnutzung und für weitere Forschungen zur Diskussion stellen. Dazu wurden über 51 000 Datensätze aus fast 50 Jahren Spinnenforschung in Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet und Angaben zu Biologie und Ökologie der Arten, ihrer Verbreitung und ihrem Gefährdungsstatus gemacht. Zahlreiche von hervorragenden Naturfotografen beigesteuerte Abbildungen komplettieren das Werk und zeigen die Schönheit und Vielfalt der einheimischen Spinnenfauna. Vorliegender erster Band behandelt den Großteil der insgesamt 21 Spinnenfamilien, während der zweite Band den artenreichen Radnetz-, Strecker-, Baldachin- und Haubennetz-Spinnen vorbehalten ist. E n g l i s c h In Mecklenburg-Western Pomerania, there are more than 600 known species of spiders. Although they are a critical link in the food chain – as natural predators to insects – and have a decisive influence on the ecological state of our landscapes, little is known about their distribution, ecology, and population trends. This book aims to present the spider fauna of Mecklenburg- Western Pomerania to nature lovers, landscape planners, officials, and arachnologists alike and to discuss the current state of eco-faunistic knowledge as a basis for nature conservation and landscape use as well as further research. For this purpose, more than 51,000 data sets from almost 50 years of spider research in Mecklenburg-Western Pomerania were analyzed providing information on the biology and ecology of the species, their distribution, and their endangerment status. Numerous images, contributed by first-class nature photo­graphers, complete the work and show the beauty and diversity of the native spider species. This first volume deals with the majority of the total of 21 spider families, while the second volume is reserved for the species-rich orb-weaver, long-jawed orb weaver, sheet-web weaver, and cobweb spiders

Zusätzliche Informationen

Produktform allg.Hardcover
Produktform detailliertFadenbindung
Seitenanzahl588
Abbildungen mehr als Tausend farbige Abbildungen, Fotos, Grafiken, Tabellen
Format17,0 cm x 24,6 cm
ISBN978-3-948995-00-3
Auflage1. 1. Auflage 2020
SprachenEnglisch, Deutsch
Erscheinungstermin14.07.2021
ReiheBeiträge zur floristischen und faunistischen Erforschung des Landes Mecklenburg-Vorpommern"
Warengruppe Sachbücher/Lexika, Nachschlagewerke
Verlagedition lesezeichen von STEFFEN MEDIA GmbH

Vorwort

Vorwort des Herausgebers

Spinnen sind allgegenwärtig. In jedem Haus, jedem Keller oder Dachboden sind sie zu finden und auch in der Natur begegnen sie uns überall. Ob auf dem Acker, auf Wiesen und Weiden oder im Wald, am Seeufer, im Moor, auf Heiden und Magerrasen. Spinnen finden sich im Kronendach der Bäume ebenso wie im Gebüsch, im Gewirr der Gräser oder am Boden. Sie besiedeln allerlei Lücken und Spalten, Mauerfugen und Baumrinde ebenso wie Höhlen und Baue. Eine Art, die Wasserspinne, lebt sogar unter Wasser in einer Art Taucherglocke. Spinnen zählen zu den bedeutendsten Feinden der Insekten und bewahren uns so vor manchem Mückenstich oder mancher lästigen Fliege. Dennoch erfreuen sich Spinnen im Allgemeinen keiner großen Beliebtheit. Auch das Wissen über Spinnen ist bei den meisten Menschen gering. Manche haben sogar Angst vor ihnen. Wer sich jedoch überwindet und sich etwas näher mit den Spinnfäden ziehenden Achtbeinern beschäftigt, erlebt eine Welt faszinierender Wesen mit unerwarteten Verhaltensweisen und erstaunlichen Anpassungen an die Umwelt. Möchte man Spinnen genauer bestimmen, stößt man jedoch auf Schwierigkeiten. Die meisten von ihnen sind ohne Mikroskop nicht sicher zu bestimmen. Selbst ein leistungsstarkes Mikroskop hilft nicht immer weiter. Es bedarf vor allem grundlegender Artenkenntnis, großer Sorgfalt, Geduld und viel Erfahrung. Deshalb haben Spinnen erst spät und noch immer spärlich Beachtung in der Freizeitforschung und der Wissenschaft gefunden. Bis heute beschäftigen sich nur wenige Menschen mit dieser Artengruppe. Erst seit dem Erkennen von komplexen, ökologischen Zusammenhängen und im Internet verfügbarer Bestimmungsschlüssel, nahmen arachnologische Arbeiten in den letzten Jahren zu. Mit dem zweibändigen Buch „Verbreitung und Ökologie der Spinnen Mecklenburg-Vorpommerns“ wird nun in der Reihe „Beiträge zur floristischen und faunistischen Erforschung des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern ein Kompendium des aktuellen Wissensstandes zur Spinnenfauna unseres Landes vorgelegt, das seines Gleichen sucht. Der Autor Dr. Dieter Martin hat mit enormem Fleiß und wissenschaftlicher Akribie Daten von mehr als einer viertel Million Spinnen aus über fünf Jahrzehnten systematisch zusammengetragen, ausgewertet und aufbereitet. Er erhielt bei der Materialsammlung Unterstützung von Fachkollegen und ehrenamtlich tätigen Naturfreunden. 2017 unterstützten ihn auch die sieben Naturparke unseres Landes mit einem Bodenfallenprogramm bei der Datensammlung. Dr. Dieter Martin hat mit diesem, seinem Lebenswerk einen herausragenden wissenschaftlichen Beitrag zur Erforschung der Spinnenfauna in Mecklenburg-Vorpommern geleistet. Erstmals gibt es einen komplexen Überblick über die im Land vorkommenden Arten, ihre Verbreitung und ihre ökologischen Ansprüche. Hierfür möchte ich Herrn Dr. Dieter Martin und den Menschen, die ihn dabei unterstützten, ausdrücklich danken.
Das vor uns liegende Buch erweckt auch in mir als Laie die Lust, im Haus, auf dem Dachboden oder in der Natur nach Spinnen zu schauen und sich mit ihrer Lebensweise zu beschäftigen. Der Blick in das Buch zeigt, dass es unzählige Arten zu entdecken gilt. Möge dieses Werk dazu beitragen, das Verhältnis zu Spinnen zu versachlichen und manch einem die Angst vor ihnen zu nehmen. Für Spezialisten wie Ökologen, Taxonomen, Arachnologen, Landschaftsplaner und Feldforscher werden die beiden Bände zur Verbreitung und Ökologie der Spinnen unseres Landes ohnehin Wissensquell und Inspiration für die weitere Forschung sein. Dem Werk wünsche ich eine große Verbreitung und gute Aufnahme. Ihnen, liebe Leser*innen wünsche ich viel Freude und neue Erkenntnisse bei der Beschäftigung mit diesem Kompendium.

Ute Hennings
Direktorin des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern

Einleitung

Am Anfang stand die Arachnophobie, eine weit verbreitete und tief verwurzelte, oft panische und doch irrationale Furcht vor Allem, was acht Beine hat. Kann man diese Hürde überwinden, eröffnet sich eine Welt voller Unerwartetem und Faszinierendem, aus der manchmal eine lebenslange Leidenschaft wird. Viele Spinnenkundler (Arachnologen) sind diesen Weg gegangen und konnten schließlich mehr oder weniger große, aber immer wertvolle wissenschaftliche, ästhetische oder emotionale Mosaiksteine zu unserem Bild von den Spinnen und ihrer Rolle im Naturhaushalt beitragen. Dennoch sind unsere Kenntnisse und unser Verständnis selbst im gut erforschten Mitteleuropa bis heute lückenhaft.
Die seit einigen Jahren drastisch voranschreitende Verarmung unserer Insektenwelt ist für jedermann offensichtlich. Sie ist selbst in geschützten Gebieten nachweisbar (Hallmann et al., 2017). So ist zwangsläufig zu erwarten, dass die in der Nahrungskette mehrheitlich über den Insekten stehenden Spinnen ebenso betroffen sind (Nyffeler & Bonte, 2020). Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, wird bemerken, dass etwa im Siedlungsbereich oder auch in der Agrarlandschaft vor allem die auffallenden Fangnetze der großen Radnetzspinnen und Baldachinspinnen viel seltener anzutreffen sind (Abbildung 1). Als Ursache wird die Art der Naturnutzung durch uns Menschen vermutet. Andererseits werden durch den Klimawandel immer mehr einst nur in südlichen Gefilden lebende Arten bei uns heimisch (z. B. Kobelt & Nentwig, 2008). Die Gründe für diesen Faunenwandel sind vielschichtig und müssen wissenschaftlich belastbar untersucht werden, um vor allem dem Biodiversitätsverlust entgegenwirken zu können. Eine Voraussetzung dafür ist die Feststellung des Ist-Zustandes (Arteninventur) sowie ein künftiges, methodisch kontinuierliches Monitoring (MLU MV, 2012). Aber auch ein Blick auf verlässliche Daten aus der Vergangenheit ist unumgänglich. Die Datenbasis dafür kann nur die Ökofaunistik liefern. Seit fast sechs Jahrzehnten befasse ich mich nebenberuflich mit arachnologischen Forschungen vor allem zu faunistisch-ökologischen Themen. Davon entfallen 45 Jahre auf die Beschäftigung mit der Spinnenfauna Mecklenburg-Vorpommerns. Die dabei gesammelten umfangreichen Daten und Erkenntnisse sollen hiermit aufgearbeitet und der Fachwelt für weiterführende, aufbauende Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden. Daneben verfolge ich aber auch das Ziel, Naturfreunden, Lehrern und Journalisten, Naturnutzern und Naturschützern sowie Mitarbeitern einschlägig befasster Behörden und Landschaftsplanern Fakten und Materialien zur einheimischen Spinnenfauna anzubieten. Nicht zuletzt möchte ich die Öffentlichkeit interessieren und vor allem junge Menschen für die Spinnenkunde gewinnen. All das erfordert einen sicher nicht immer gelingenden Spagat zwischen den Ansprüchen einer wissenschaftlichen Publikation einerseits und der spannenden, anschaulichen Darstellung oft „banaler“ Tatsachen über das Leben der Spinnen andererseits. Es bleibt zudem auf jeden Fall eine Momentaufnahme, die durch neue Erkenntnisse jederzeit ergänzt oder korrigiert werden kann.
Obwohl ich schon frühzeitig neben faunistischen auch ökologische Aspekte berücksichtigt habe, lag der Datensammlung kein durchgehendes wissenschaftliches Konzept zu Grunde. Untersuchungsorte, -ziele und -methoden haben sich ebenso wie der öffentliche Wissensstand über die Jahre gewandelt. Die Zusammenführung der oft empirischen, heterogenen Daten erbrachte nicht in jedem Fall wissenschaftlich gesicherte Aussagen. Manches bleibt hypothetisch als Anregung künftiger kritischer Überprüfung. Neben den eigenen Daten wurden möglichst alle faunistisch-ökologischen Literaturquellen zur Spinnenfauna Mecklenburg-Vorpommerns ausgewertet. Eine weitergehende gründliche wissenschaftliche Kompilation und Diskussion der in der Literatur vorliegenden Ergebnisse konnte allerdings aus Platzgründen nur ausnahmsweise durchgeführt werden.
Insgesamt werden über 600 Spinnenarten abgehandelt. Das erfordert eine Aufteilung des Werkes auf zwei Bände. Während der zweite Band die Spinnenfamilien der Araneoidea enthält, bleibt der erste Band allen anderen Spinnenfamilien vorbehalten.

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